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Dienst.  
4.November 1997  

SZ Kulturleben Stadtverband

 

Ein Rap auf die Loreley

 

Steffen Greschs "etwas anderer" Heine-Abend

"

 

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, daß ich so traurig bin . . ." Frei nach dem Loreleylied von Heinrich Heine: Es war, trotz guter Zitate, ein durchwachsener Abend, den der Schauspieler Steffen Gresch im Theater Musentümpel veranstalte. "They don"t care about Heine - der etwas andere Heinrich Heine Abend" zum 200. Geburtstag des großen Dichters (am 13. Dezember).

Eindeutige Stärke des Abends war die Rezitation verschiedener Heine-Texte. Besonders stimmig gerieten Steffen Gresch die Barbarossa-Kapitel aus "Deutschland, ein Wintermärchen". Seine getragene Stimme kam unter den schulterlangen, offenen Haaren hervor, daß man meinen konnte, der alte Kaiser selbst gäbe sich die Ehre und führe uns mit eigener Hand durch die halligen Säle im Kyffhäuser.

 

Eindeutige Schwäche dagegen die szenische Darbietung auf der Bühne. Dinos warfen ihre Schatten, eine Giraffe blickte von ihrem Bücherstapel auf einen kleinen Globus, während Heine seine "Harzreise" beschrieb. Warum? Oder eine Collage aus Saarbahn, der Girl-Gruppe TicTacToe, Flugblättern und einzelnen Baumblättern: Der optische Bezug zur Gegenwart wirkte bemüht und nicht schlüssig. Zudem verlangte er klappernde Umbauten, während Musikeinspielungen von der CD kamen. Hier hätte es genügt, sich auf die sozialkritischen Äußerungen Heines zu verlassen - die meisten davon sind auch heute noch recht aktuell.

 

Gelungen dagegen die Gesangseinlagen des Gitarren-Duos Steffen Gresch und Daniel Minnerath - schöne Arrangements zu eigenen und zu Heine-Texten.

 

Besonders gelungen: ein Rap auf die Loreley. Trotz einiger Schwächen, eines hat der Abend geschafft: Er macht Lust auf Heinrich Heine.      mbo